Sie kennen das Gefühl, in einer Ansammlung von Menschen, die sich lautstark unterhalten, nahezu keinen Sinn im Gesagten zu erkennen?
Und Sie sind dabei weder schwerhörig noch im fremdsprachlichen Ausland..?
Sondern warten an der Bushaltestelle, sitzen im Zug oder stehen in der Supermarktkassenschlange..?
"Digger", "Alder", "deine Mudder", sind nur einige der Zutaten, mit denen Jugendliche nach wie vor ihre Sätze würzen.
Ich hatte bislang immer vermutet, das sind Füllwörter, die benötigt werden, um bei inhaltsleerer SMS-Konversation die vollen 160 Zeichen aufzufüllen - fehlen fünf Zeichen, setzt man
Alder, bei fehlenden sechs Zeichen
Digger und so weiter und so fort. Und das hat sich eben auf die gesprochene Sprache ausgewirkt.
Aber weit gefehlt, das System ist noch viel perfekter, behauptet Sven Stillich in einer
Glosse für das Hamburger Abendblatt: Die Begrifflichkeiten würden Satzzeichen entsprechen, die sonst in einer lauten Umgebung untergehen würden. Komma wird lautmalerisch angekündigt durch "Digger", ein Punkt wird mit "Alder" ausgerufen und "Deine Mudder" steht für ein Ausrufezeichen, meint Stillich.
Klassikr, schreibt er weiter, klängen dann so:
"Es irrt der Mensch Digger solang er strebt Alder" (Goethe), "Gott würfelt nicht deine Mudder" (Einstein). "Sein oder nicht sein Digger das ist hier die Frage Alder" (Shakespeare) und natürlich "Geben Sie Gedankenfreiheit Digger Sire deine Mudder" (Schiller).
So Digger denken Sie mal drüber nach Digger und gehen Sie gefälligst mit der Zeit deine Mudder
Nicht Digger dass Sie sagen Digger wir hätten Sie nicht gewarnt Alder Alder Alder
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