Immerhin,
wenn Sie das hier lesen können, sind Sie kein Bergmann in Chile.
Sie wissen schon, die 33 Männer, die 700 Meter unter der Erdoberfläche in einem Rettungsraum eingepfercht sind und drauf hoffen müssen, dass in ein paar Monaten ein Rettungsschacht gebohrt ist.
Bei YouTube spekulieren übrigens schon die ersten - nun: Gedankenlosen, ob es da wohl zum massenhaften unterirdischen Suizid komme - "aus Stress".
Wenn Sie das hier lesen können, dann stehen Sie auch nicht im Megastau in China.
"tiohotte" steht da zwar auch nicht - seine philosophischen Gedanken zum chinesischen Megastau sind aber reichlich zähfließend:
"Dann fuhren wir also los – und fuhren und fuhren", relativiert das tagesschau-Blog und stellt erstaunt fest: Da ist kein Stau, da war kein Stau, da wird es vielleicht gar nie einen Stau geben. Schade, "tiohotte", völlig umsonst nachgedacht...
Wenn Sie das hier lesen können, dann sind Sie wohl auch keine australische Lehrerin Mitte 20, die ihren Schülern die hübsche Hausaufgabe gestellt hat: "Plane einen fiesen terroristischen Anschlag auf eine nichtsahnende australische Gemeinde - nutze dazu eine bilogische oder chemische Waffe und töte möglichst viele unschuldige Menschen."
Wenn Sie das hier lesen können, dann sind Sie auch nicht Thilo Sarrazin - der kann ja noch nicht mal schreiben, außer "menschenverachtend", "bösartig" und "widerlich". Gibt es eigentlich keine Gesetze, die Sarrazin verbieten..? Irgendein Paragraphen gegen geistigen Amoklauf..?
Und damit entlasse ich Sie ins Wochende,
wenn Sie wissen wollen, was Ihre Nachbarn so einkaufen, gucken Sie doch mal bei Schlecker rein, da liegen die Kundendaten online nur so rum,
genießen Sie die Zeit und hoffen Sie auf eine "langweilige" Woche ohne Hiobsbotschaften.
Neulich, mittwochs, auf der A 7 zwischen Memmingen und Ulm:
Der Himmel verdunkelt sich,
die Abendsonne verschwindet hinter einer grautrüben Wolke aus wahrscheinlich ungefilterten Abgasen, die einem uralten Mercedes Sprinter entströmt, der über und über mit einer Art Fingerfarben bemalt ist.
Ist der Gestank erst einmal überlebt und der Nebel durchstoßen, erkennt man buntgemalte Blümelein, Lachgesichter, hier einen Handabdruck, dort einen fröhlichen Farbspritzer - und mittendrin in ungelenken Lettern den Satz: "Das Leben ist schön".
Nun, vielleicht für den Fahrer, sicher nicht, für nachgolgende Autos und sicher nicht für die Umwelt.
Seltsam nur, dass ebendieser Fahrer, gewandet in ein buntes Hemd aus wahrscheinlich kompostierbarer Ökobaumwolle, so unpassend finster dreinblickt, erkannbar miserable Laune hat.
Nun,
was ich damit sagen will: Das Leben mag ja noch so schön sein, eitel Sonnenschein, eine freie Autobahn, ein buntes Auto und psychedelische Musik aus dem historischen Kassettenabspieler - mittwochs sind die Leute einfach mies drauf.
Mittwochs und Mittags.
Ist so. Sagt Twitter.
Sonntagmorgen ist die Welt in Ordnung, sagt Twitter.
Außer natürlich, Facebook hätte was dagegen - und würde im Bruttonationalglück was anderes behaupten.
Wenn es dann also streng auf Mittag zugeht, Ihre Laune in den Keller rutscht - nun - halten Sie inne.
Lächeln Sie.
Und vor allem: Gucken Sie diesen Film vom Kurzfilmfestival "Shorts at moonlight" an - bis zum Ende(!) an.
Geht's Ihnen jetzt besser?
Nein? Nun, ich entlasse Sie damit trotzdem ins Wochende.
Vergessen Sie nicht, auch nach dem miesesten Mittwochmittag folgt ein herrlicher Sonntagmorgen,
nutzen Sie diesen wundervollen Sonntagmorgen, genießen Sie Ihr Sonntagmorgenglück,
gehen Sie raus, mähen Sie den Rasen, waschen Sie Ihr Auto mit laut eingestellter Musik
aber sagen Sie nicht, dass Sie den Tipp von uns hätten...
Sagen Sie doch mal ehrlich: Wieviele echte Abenteuer gibt es heutzutage noch?
Alle Berge sind bestiegen, auf dem Mond ist auch langweilig, gegen Krokodile wurde bereits gekämpft, die Menschheit hat bislang sogar Currywurst und Döner überlebt - was bleibt da noch groß?
Vielleicht in der ersten Reihe beim "Musikantenstadl" sitzen... Nein, zu gefährlich.
Eine Sache gäbe es da noch: Abenteuer. Nervenkitzel. Ungewissheit.
Oder anders ausgedrückt: Protestieren Sie gegen Google Street View.
Hört sich einfach an - aber täuschen Sie sich nicht, grau ist alle Theorie.
Wenn Sie also beim Leiche spielen erwischt worden sind, dann melden Sie das als Problem und flugs wird Google erst mal gar nichts machen, weil sich in Deutschland wahrscheinlich jeder den Spaß gönnt, Widerspruch einzulegen.
Warum eigentlich - ist "Google Street View" tatsächlich mehr als nur ein Vogelschiss?:
Sehen Sie?
Aber will der mündige Bürger überhaupt protestieren, aufstehen und Google zurufen: "Heee! Lass das!"??
In Ulm sind die Meinungen sehr unterschiedlich bis gar nicht vorhanden, wie eine Umfrage von REGIO TV zeigt.
Und damit entlasse ich Sie ins Wochenende,
seien Sie abenteuerlustig: Essen Sie statt Pommes rot/weiß mal frittierte Zucchiniblüte,
und nutzen Sie mal eine andere Suchmaschine - die hier zum Beispiel: milkmoon, suchen Sie halt nix Kompliziertes...
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